10 Superhelden von früher bis heute

Der ultimative Blick in die Vergangenheit unserer Kino-Superhelden

Superhelden-Superfans wissen Bescheid. Kennen jeden geometrischen Winkel, in dem Superman in Richtung Sonne abhebt, oder jeden Bizepsumfang von Hulk, je nach Wut-Pegel. Doch wir Normalbespaßte, die wir unsere Kindheit nicht in Comic- und Video-Boutiquen verbracht haben, müssen zugeben: So langsam verlieren wir den Durchblick. Das Superheldenuniversum dehnt sich aus ins Unendliche, auch weil die Superhelden von heute nicht mehr die alten sind. Sie unterliegen ständigem Wandel, ihre Kräfte wachsen oder schwinden, ihre Missionen ändern ihr Ziel. Zeit für einen Superschnellcheckercheck.

#1 Iron Man

Bürgername, Job: Anthony „Tony“ Edward Stark, Industrieller
Erste Sichtung: 1963 im Comic „Tales Of Suspense #39“; eigene Comic-Reihe „The Invincible Iron Man“ von 1968 bis 1996 (332 Hefte).
Erschaffen von: Stan Lee, Larry Lieber, Don Heck, Jack Kirby (Marvel Comics)
Mission: “Kampf gegen Rüstungsgeschäfte und Technologiemissbrauch”; “Ausleben seines Technikfetischs”
Erster Spielfilm: "Iron Man“ von Jon Favreau (2008)
Filme mit ihm: 5
Wie alles begann: Als Sohn eines führenden Waffenindustriellen wird Tony im Vietnamkrieg verletzt und gefangen genommen. Die Erfindung eines eisernen Exo-Skeletts ermöglicht ihm die Flucht und rettet sein Leben. Fortan verschreibt er sich dem Ziel, seine immer besser werdenden Waffensysteme nur noch gegen Bösewichte einzusetzen, seinen Technologiekonzern jedoch nur noch in den Dienst friedlicher und umweltrettender Erfindungen zu stellen.
Früher vs. Heute: Tony Stark wandelt sich vom Kommunistenbekämpfer zum universellen Weltretter und unbeholfenen Junggesellen. 2005 beginnt mit der Graphic-Novel-Reihe „Ultimate Iron Man“ eine Neuinterpretation des Tony Stark. Im Kino wird sie frühestens 2019 zu erleben sein.
Gut zu wissen: Iron Man ist Gründungsmitglied der Superheldengruppe „The Avengers“. Der 1977 in einem Fernsehfilm erscheinende „Exo-Man“ hat nichts mit Iron Man zu tun.
Nächstes Wiedersehen: Juli 2017 in „Spider-Man: Homecoming“

#2 Wolverine

Bürgername, Job: James „Logan“ Howlett, Soldat
Erste Sichtung: 1974 auf der letzten Seite des Marvel-Comics „Incredible Hulk #180“; seit 1975 Teil der X-Men.
Erschaffen von: Len Wein, Roy Thomas, John Romita senior, Herb Trimpe (Marvel Comics)
Mission: Krallen ausfahren, regenerieren, “Glück bei den Frauen suchen”
Erster Spielfilm: „X-Men“ von Bryan Singer (2000)
Filme mit ihm: 7
Wie alles begann: Logan wurde 1870 in Kanada geboren und im Rahmen eines militärischen Projekts zu einem Mutanten entwickelt. Er besitzt höchste Regenerationsfähigkeit und altert nicht, seine Sinne und Ausdauer sind übermenschlich. Aus seinen Händen kann er 30 cm lange Knochen ausfahren. Sein Skelett ist mit der unzerstörbaren Metalllegierung Admantium ummantelt. Er dient der kanadischen Armee, bevor er dem kanadischen Superheldenteam Alpha Flight beitritt.
Früher vs. Heute: Wolverine ist zu einem modernen Söldner geworden – nicht immer ganz freiwillig. Vom Team Alpha Flight wechselt er ins Team X-Men, inzwischen gehört er den Avengers an.
Gut zu wissen: In den Comics ist Logan seit diesem Jahr tot. Seine Ziehtochter X-23 (eigentlich sein Klon) tritt die Nachfolge von Wolverine an.
Nächstes Wiedersehen: März 2017 im nächsten Wolverine-Sequel

#3 Thor

Bürgername, Job: Dr. Don Blake, Arzt / Jake Olsen, Rettungssanitäter
Erste Sichtung: 1962 im Comic-Band „Journey Into Mystery #83“
Erschaffen von: Stan Lee, Jack Kirby (Marvel Comics)
Mission: “Götterknatsch durchstehen”, Würde bewahren, “wissen wo der Hammer hängt”
Erster Spielfilm: „Thor“ von Kenneth Brannagh (2011); frühere „Thor“-Filme sind reinster Trash.
Filme mit ihm: 6
Wie alles begann: In der Bronzezeit, ca. 2000 vor Christus, bildete sich die orale Tradition der nordischen Mythologie im heutigen Skandinavien. Darin ist Thor, wie in den späteren Comics, Sohn von Göttervater Odin und Erdgöttin Sörd. Letztere verlieh ihm seine überirdische Kraft, und als Dreingabe gab es den wundersamen Hammer Mjölnir, der nie sein Ziel verfehlt und stets zu seinem Werfer zurückfliegt. Im Marvel-Universum führt Thor ein gepeinigtes Leben zwischen Verbannung, Gedächtnisverlust, Gehbehinderung und stetiger Rollen- und Identitätswechsel.
Früher vs. Heute: Abgesehen davon, dass Thor einen immer lässigeren Hammer schwingt, hat sich an einem Dauerärgernis nie etwas geändert: Immer wieder kommt jemand, der ihm seinen Hammer wegnimmt. Dann muss er sich mächtig ins Zeug legen, um ihn sich zurück zu erkämpfen.
Gut zu wissen: 2014 kündigte Marvel Comics eine Geschlechtsumwandlung an. Thor wird fortan eine Frau sein, „die einzige und wahre“, wie Marvel-Chef Wil Moss versprach. Ob das auch fürs Kino gilt, bleibt offen.
Nächstes Wiedersehen: Oktober 2017 in „Thor: Ragnarök“

#4 Hulk

Bürgername, Job: Dr. Bruce Banner, Nuklearphysiker
Erste Sichtung: März 1962 in der gleichnamigen Comic-Reihe
Erschaffen von: Stan Lee, Jack Kirby (Marvel Comics)
Mission: “Selbstbeherrschung”
Erster Spielfilm: „Die Rückkehr des unheimlichen Hulk“ von Nicholas Corea (1988)
Filme mit ihm: 8
Wie alles begann: Bei einem Nuklearexperiment läuft ein Junge auf das Versuchsgelände. Banner versucht ihn zu retten und setzt sich dabei einer hohen Dosis Gamma-Strahlung aus. Sie verwandelt ihn in eine enorme grüne zerstörungswütige Kreatur – sobald er sich aufregen muss. Banner besitzt vier Kernpersönlichkeiten, und abhängig davon, welche zum Zeitpunkt der Verwandlung gerade dominant ist, bekommt die Welt es mit verschiedenen Typen des Hulk zu tun. Im besten Fall kann er seine Stärke brauchbaren Zwecken unterordnen; im schlechtesten geht einfach nur viel kaputt. Vorbild für sein seit jeher unförmiges Äußeres war der Schauspieler Boris Karloff und seine „Frankenstein“-Rolle von 1931.
Früher vs. Heute: Hulk hat seit seinem ersten Fernseh-Auftritt 1977 beträchtlich an Muskelmasse zugelegt. Dafür hat er seine flauschige Frisur eingebüßt. Dass er seine Farben und Launen wechselt, bleibt sein zuverlässigstes Merkmal.
Gut zu wissen: Hulks Ursprungsfarbe war Grau, wurde aber wegen Problemen mit der Druckfarbe ab dem zweiten Comic-Band durch Grün ersetzt. In der Ausgabe 333 von „Incredible Hulk Vol. II“ kehrt der graue Hulk unter dem Namen Joe Fixit als eine Hulk-Variation zurück. Hulk ist Gründungsmitglied der Superheldengruppe „The Avengers“.
Nächstes Wiedersehen: Oktober 2017 in „Thor: Ragnarök“

#5 Superman

Bürgername, Job: Kal-El (auf dem Planeten Krypton), Clark Kent (auf der Erde); Journalist
Erste Sichtung: 1933 im selbstgebastelten Heftchen „The Reign of the Superman“.
Erschaffen von: Jerry Siegel, Joe Shuster (damals noch Teenager)
Mission: “Überleben und überleben helfen”
Erster Spielfilm: „Im Netz der schwarzen Spinne“ von Spencer Gordon Bennet (1948)
Filme mit ihm: 21
Wie alles begann: Der auf Krypton lebende Forscher Jor-El erkennt, dass seinem Heimatplaneten unausweichlich der Untergang bevorsteht. Um seinen dreijährigen Sohn Kal-El zu retten, schickt er ihn in einem Raumschiff auf die Erde. Dort wird er von einem Farmer-Ehepaar gefunden und als Waise großgezogen. Clark besitzt unter der Sonneneinstrahlung auf der Erde überirdische Kräfte und Fähigkeiten, weil sie seinen Körper aufgrund dessen extremer Molekulardichte mit Energie vollpumpt. Vorbild für die Figur waren der Romancharakter Hugo Danner aus Philip Wylies Roman „Gladiator“ (1930) und der Schauspieler Douglas Fairbanks (1883–1939).
Früher vs. Heute: In der Erstfassung von 1933 ist Superman ein Bösewicht. Schon 1934 verändern Siegel und Shuster seinen Charakter zu dem Kämpfer für das Gute. Die nun über 80 Jahre währende Geschichte des Charakters wird in der Literatur nach vier Zeitaltern unterschieden, dem Golden, Silver, Bronze und Modern Age (ab 1986). Wichtig: Seit 2013 („Man of Steel“) trägt Superman keine Unterhose mehr über seiner Strumpfhose!
Gut zu wissen: Siegel und Shuster traten die Rechte an der Superman-Figur in den 1940er Jahren an den Verlag National Publications (später: DC) ab – für 130 Dollar. Superman ist der erste Superheld der Comicgeschichte und hat den höchsten Wiedererkennungswert. Sogar der japanische Kaiser Hirohito ist ein großer Fan. In Deutschland erscheinen Superman-Comics erst seit 1966.
Nächstes Wiedersehen: Mai 2017 in „Superman vs Doomsday“

#6 Spider-Man

Bürgername, Job: Peter Parker, Schüler
Erste Sichtung: August 1962 im Comic-Band „Amazing Fantasy #15“.
Erschaffen von: Stan Lee, Steve Ditko (Marvel Comics)
Mission: “Aus großer Kraft große Verantwortung übernehmen”
Erster Spielfilm: „Spider-Man schlägt zurück“ von Ron Satlof (1978)
Filme mit ihm: 8
Wie alles begann: Peter wächst als Waise bei Onkel Ben und Tante May auf, einem herzensguten Paar. Den Fußstapfen seines verschollenen Vaters folgend, wird er bei einem Besuch in einem Gen-Labor von einer radioaktiv verseuchten Spinne gebissen, woraufhin ihm Spinnenkräfte wachsen. Als sein Onkel von einem Gauner erschossen wird, den er zuvor sehenden Auges beim Rauben gewähren ließ, schwört er sich, seine Kräfte zum Kampf gegen Bösewichte einzusetzen.
Früher vs. Heute: Spider-Man ist einer der beständigsten Charaktere im Superheldenkosmos. Seine wichtigste Wandlung ist die vom blassen Schul-Nerd und Dauerverlierer (wenn er nicht gerade sein Spinnenkostüm trug) zu einem attraktiven jungen Mann.
Gut zu wissen: Die Popularität der Figur Spider-Man fußt auf drei Aspekten: Er ist der erste Teenager, der zum Superhelden wurde, er führt im zivilen Leben eine fürsorgliche Rolle für seine verwitwete Tante und er lebt in New York City statt, wie üblich, in einer fiktiven Stadt. Somit bietet Spider-Man von allen Superhelden die höchste Identifikation für das Publikum.
Nächstes Wiedersehen: Juli 2017 in „Spider-Man: Homecoming“

#7 Batman

Bürgername, Job: Bruce Wayne, Milliardär und Großindustrieller
Erste Sichtung: Mai 1939 im Comic-Band „Detective Comics #27“.
Erschaffen von: Bob Kane, Bill Finger
Mission: “Gotham City von Verbrechen säubern”
Erster Spielfilm: „Batman und Robin“ von Lambert Hillyer (1943)
Filme mit ihm: 11
Wie alles begann: Bruce wird als Kind Zeuge, wie seine Eltern von einem Straßenräuber erschossen werden. Der Butler seiner Eltern, Alfred Pennyworth, zieht den Waisen auf, welcher am Grab seiner Eltern schwört, Gotham City von Verbrechern zu befreien. Zu diesem Zweck studiert er auf der ganzen Welt Naturwissenschaften und Selbstverteidigungskünste und will in allem der Beste der Welt werden. Sein Vorhaben unterwirft er zwei Prinzipien: niemals eine Schusswaffe zu benutzen und niemals einen Menschen zu töten, wenn er es vermeiden kann.
Früher vs. Heute: Die Wandlungen von Batman ergeben sich weniger über die Jahrzehnte hinweg, die er bereits existiert, sondern vielmehr aus seinem ambivalenten Charakter. Die Figur steht im Spannungsfeld zwischen guten Absichten (Verbrecher zur Strecke bringen) und seinem zuweilen soziopathischen, selbstgerechten Auftreten. Sämtliche Interpretation der Batman-Figur schöpfen aus dem weiten Feld, das sich dazwischen auftut: Hier der traumatisierte Rächer, da der größenwahnsinnige Ausüber von Selbstjustiz, dort das selbstoptimierte Genie, das jedwede Polizeiarbeit in den Schatten stellt. Wenn es eine Tendenz über die Jahre gibt, dann die, dass Batman mit den Jahren immer stärker seine seelischen Schäden nach außen trägt.
Gut zu wissen: Batman gilt als einer der beliebtesten Superhelden, obwohl er streng genommen keiner ist (er verfügt über keinerlei übermenschliche Fähigkeiten) und weder sympathisch, noch besonders vorbildhaft wirkt. Im Grunde repräsentiert er eine Welt, die zwischen Anarchie und faschistoiden Idealen schwankt. Warum also ist er sogar beliebter als Superman? Weil er dem Menschen am nächsten kommt.
Nächstes Wiedersehen: Februar 2017 in „The Lego Batman Movie“

#8 Wonder Woman

Bürgername, Job: Diana Prince, Amazonenprinzessin
Erste Sichtung: 1941 im Comic-Band „All Star Comics #8“.
Erschaffen von: William Moulton Marston, Elisabeth Holloway Marston
Mission: “Nazis jagen”, “Weltfrieden”
Erster Spielfilm: „Wonder Woman“ von Vincent McEveety (1974)
Filme mit ihr: 4
Wie alles begann: Getreu der griechischen Mythologie wird Diana von der königlichen Amazone Hippolyte aus Ton geformt und von den Göttern zu Leben erweckt. Sie lebt auf der fiktiven Insel Themyscira, auf der eines Tages ein US-Pilot abstürzt. An seiner Seite zieht sie in den Kampf gegen die Nazis – dank der Götter mit allerlei Superkräften ausgestattet: Stärke, Schnelligkeit, Flugfähigkeit und einem goldenen Lasso, das Eingefangene zwingt, die Wahrheit zu sagen.
Wonder Womans Erfinder William Moulton Marston, ein Psychologe und Feminist, beklagte in der Blüte der Superheldencomics in den 1940er Jahren, dass es keine weiblichen Figuren gab, und besprach mit dem Chef von All-American Comics (später DC), wie dies zu ändern wäre. Schließlich ersann er eine attraktive Frau mit Superkräften und erotischen Eigenschaften (ohne die es seiner Meinung „unmöglich erfreulich“ wäre, sich Wonder Woman zu fügen) – das Ideal einer liebenden Autorität. Vorbild war Marstons Kollegin Olive Byrne, die später die gemeinsame Geliebte von ihm und seiner Ehefrau wurde.
Früher vs. Heute: Wonder Woman zählt neben Superman und Batman zu den „großen Drei“ von DC Comics. Während sie im Kino bislang kaum eine Rolle spielt, ist ihre Entwicklung in den Comics stärker von den Strömungen der jeweiligen Zeit beeinflusst als die anderer Superhelden, und ihre Rolle mal stärker zugunsten der griechischen Mythologie, mal zugunsten weltlicher Verletzlichkeit ausgelegt worden. Als erste weibliche Superheldin steht sie unter besonderer Beobachtung der Gender-Soziologie.
Gut zu wissen: Marston war ein großer Bondage-Liebhaber, was sich in vielen Szenen niederschlug, in denen Menschen gefesselt und ausgepeitscht wurden. Auch Wonder Woman war oft gefesselt (eine Haltung, in der sie ihre Superkräfte verlor). Sexuelle Umdeutungen ließen da nicht lange auf sich warten. Verlagschef Gaines bat Marston bald, diese Szenen um bis 75% zu reduzieren.
Nächstes Wiedersehen: Juni 2017 in „Wonder Woman“

#9 Captain America

Bürgername, Job: Steven „Steve“ Grant Rogers, Kriegsdienstuntauglicher
Erste Sichtung: 1941 in „Captain America Comics #1“.
Erschaffen von: Jack Kirby, Joe Simon (Timely Publications, später Marvel)
Mission: “Für Amerika!”
Erster Spielfilm: „Captain America“ von Elmer Clifton & John English (1944)
Filme mit ihm: 7
Wie alles begann: Anfang des Zweiten Weltkriegs ausgemustert, will Steve dennoch seinem Land dienen und stellt sich einem Experiment zur Verfügung: Er lässt ein geheimes Supersoldatenserum an sich testen, das zu körperlicher Höchstleistung verhilft. Nach dem Tod des verantwortlichen Wissenschaftlers bleibt Steve der einzige Supersoldat. Fortan fühlt er sich berufen, seine Kräfte für sein Land einzusetzen, wickelt sich in die US-Flagge ein und nennt sich Captain America.
Früher vs. Heute: Wo Captain America draufsteht, ist nicht immer Steve Rogers drin. Zwischen Kriegsende und 1964 waren es andere Identitäten, die sich das Captain-America-Kostüm überstreiften und -sternten. 2007 stirbt Rogers vorgeblich, und sein Partner Bucky wird Captain America. Doch Rogers kehrt als Zeitreisender zurück, erhält eine eigene Serie namens „Agent Steve Rogers“, wird 2011 ein letztes Mal wieder Captain America und stirbt 2014 endgültig. Neuester Captain America ist Sam „Falcon“ Wilson. Der Wirkungskreis von Captain America orientiert sich jeweils an Amerikas außenpolitischen Rollen an den Kriegsschauplätzen der Welt.
Gut zu wissen: Captain America ist durch und durch ein Produkt amerikanischen Patriotismus und seiner Propaganda. Schon die (älteren) Figuren Mister America und The Shield aus dem Verlag Detective Comics (später DC) waren Superhelden in US-Flagge, doch Captain America gilt als der Prototyp des amerikanischen Helden. Seine jüdischen Schöpfer entwarfen ihn gezielt als kräftigen blonden Gegenentwurf zum arischen Ideal der Nazis.
Nächstes Wiedersehen: Januar 2017 in „The Winter Soldier: Year One“

#10 Catwoman

Bürgername, Job: Selina Kyle, Tagediebin
Erste Sichtung: 1940 im ersten „Batman“-Comic
Erschaffen von: Bill Finger, Bob Kane (DC Comics)
Mission: “Erst mal ich”
Erster Spielfilm: „Batman hält die Welt in Atem“ von Leslie H. Martinson (1966)
Filme mit ihr: 4
Wie alles begann: Selina ist ein Kind aus zerrüttetem Elternhaus, das mit 15 in die Straßen von Gotham City abhaut und später in einem sadistischen Kinderheim landet. Auch von dort flieht sie und schwört sich, sich nie wieder einschließen zu lassen. Doch der nächste Freiheitsentzug folgt schnell, der Zuhälter Stan zwingt sie zur Prostitution und prügelt sie ins Krankenhaus. Ein Polizist bemerkt sie dort und schickt sie zu Ted Grant alias Wildcat, der sie in Selbstverteidigung ausbildet. Als sie ihr Geschick als Diebin entdeckt und Zugang zu Gothams High Society findet, beginnt ihr Egotrip in ein selbstbestimmtes Leben.
Früher vs. Heute: Ähnlich wie Batman, auf den sie in Gotham City zwangsläufig trifft, ist Catwoman eine Getriebene ihrer schmerzlichen Vergangenheit. Und so sind auch bei ihr Veränderungen vor allem Rückschläge oder Flashbacks in die Zeit ihres größten Verderbens. Gegenüber Reichen und Kriminellen ist sie berechnend und rücksichtslos, für Arme und Schutzbedürftige setzt sie sich jedoch über alle Maßen ein, ob für misshandelte Prostituierte oder ausgesetzte Katzen. Von letzteren gehen mindestens 19 in ihrem Haus ein und aus.
Gut zu wissen: Ursprünglich war Catwoman als Gegnerin von Batman entworfen worden. Später entstpinnt sich jedoch eine Liebesbeziehung zu ihm bzw. seinem zivilen Alter Ego Bruce Wayne. In den 1970er Jahren hatten die beiden sogar in einer der vielen Parallelerden des DC-Multiversums ein gemeinsames Kind.
Nächstes Wiedersehen: ungewiss